Peter Böhm

Peter Böhm
Peter Böhm
* 1954 in Köln
Der 2021 verstorbene erste deutsche Pritzker-Preisträger zählt zweifelsohne zu den international renommiertesten und angesehensten Vertreter der Sakralbaukunst.
Der frische Wind der Reformen des 2. Vatikanischen Konzils kam dem Sohn des berühmten Dominikus sicherlich entgegen. Weil das Klima der Veränderung auch die Architektur erreichte, standen kirchliche Bauherren öfters weit offener gegenüber neuartigen in Form und Konzeption Realisierungen.
Unter der Gunst dieser Stunde konnte auch eine weltberühmte Wallfahrtkirche entstehen. Nach Plänen Gottfrieds 1968 errichteter Mariendom in Neviges wurde zur Ikone der Nachkriegsmoderne und bleibt bis heute, im übertragenen Sinne, eine gern besuchte Architekten-Pilgerstätte.
Das Skulpturhafte zeichnet zahlreiche Bauten des leidenschaftlichen Bildhauers aus. Seine Affinität zum Beton als Baustoff beruht auf den Eigenschaften des Materials. Die Plastizität ist nämlich herausragender Merkmal Böhmsche Kunst. Beispielhaft hierfür, wenn auch in einem verdichteten Rahmen, ist auch die in Köln-Lindenthal im Jahr 1971 eingeweihte stimmungsvolle Christi Auferstehung Kirche. Sie steht exemplarisch für sein Baustil, der die Einzigartigkeit des in vielen Talenten vereinten freien Geistes verkörpert.